Volksbegehren
Verteilungsgerechtigkeit durch Chancengleichheit PDF Drucken

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Meist wird heute davon ausgegangen, dass die ungleiche Verteilung der Vermögen innerhalb unserer Gesellschaft der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieder entspringt. Verschiedene politische Fraktionen propagieren eine (höhere) Vermögensbesteuerung, um eine gleichmäßigere Verteilung der Vermögen zu erreichen. Betrachtet man die Angelegenheit jedoch genauer, so stellt man fest, dass die ungleiche Verteilung der Vermögen in der Gesellschaft vielmehr dadurch verursacht wird, dass die verschiedenen Gesellschaftsmitglieder sehr ungleiche Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg haben. Wird wirkliche Verteilungsgerechtigkeit angestrebt, sollte genau an dieser Stelle angesetzt werden.


Sind Vermögenssteuern ein effizienter Weg?


Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer bringen dem Staat zweifelsohne Einnahmen. Auf Wikipedia ist zur Vermögenssteuer in Deutschland zu lesen:
"Im Jahr 1996, dem letzten Jahr der Erhebung, nahmen die Bundesländer durch die Vermögenssteuer ca. 9 Milliarden DM ein. Dem standen nach einer Schätzung des Bundesfinanzministeriums  Finanzverwaltungskosten von etwa 300 Millionen DM für die Erhebung der Vermögenssteuer gegenüber."
Aber hat das den erwünschten Abbau der Verschuldung von Staat und Wirtschaft bewirkt?
Betrachten wir dazu eine Statistik der deutschen Bundesbank. Wir würden also annehmen, dass die Geldvermögen und Schulden bis 1996 weniger stark gestiegen sind, als danach. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Kurve steigt bis zum Jahr 2000 stark an. Danach erst kam es zu einer Abflachung, die allerdings nichts mit Steuern zu tun hat. Ab dem Jahr 2000 kam es zu einem enormen Anstieg von Firmenpleiten, der sich in dieser Kurve niederschlägt.

Der Staat hat mit seinen Steuern auf diese Gesamtentwicklung nie wesentlichen Einfluss geübt, egal ob eine sozial gesinnte oder wirtschaftlich orientierte Regierung an der Macht war.
Entsprechendes gilt auch für Österreich*:

*) Summe der Geldvermögen und Schulden in Österreich (2010 - ohne Aktien): Grafik von DI Tobias Plettenbacher, basierend auf den Daten der Österreichischen Nationalbank, wobei einzelne  Datenreihen vor dem Jahr 1975 angelehnt an die Entwicklung in Deutschland  interpoliert wurden.

Aber woher kommt dieses stetige Wachstum an Schulden und Geldvermögen, das die Menge der umlaufenden Zahlungsmittel M1 weit übersteigt? Ein gewisses Maß an Verschuldung mag es auch in einem gesunden Wirtschaftssystem geben. Unternehmen finanzieren die Produktionsmittel vor und tilgen die Kredite mit dem Verkauf der Waren. Junge Familien bedürfen einer Vorfinanzierung von Wohnraum durch Kredite, die sie im Laufe ihres Lebens tilgen. All das mag notwendig erscheinen, aber es erklärt nicht die ständige, und offenbar exponentielle Zunahme der Schulden und der ihnen gegenüber stehenden Geldvermögen. Die Schulden sollten in einem gesunden System im schlechtesten Fall parallel zum BIP anwachsen.
Wieso konnte weder die deutsche Vermögensbesteuerung noch die hohen Vermögenssteuern in Großbritannien oder in den USA das exponentielle Wachstum von Schulden und Vermögen aufhalten? Weil diese exponentielle Dynamik durch Steuern nicht aufgehoben wird!


Was verhindert heute Verteilungsgerechtigkeit?


Dass die steigenden Schulden und Vermögen mit einem Verfall des Mittelstandes einhergehen, wird durch die allgemein bekannten Statistiken zur Vermögensverteilung deutlich gezeigt. Aber warum werden die Nicht-Vermögenden immer ärmer und die Vermögenden immer reicher? Der Grund sind  die leistungslosen Einkommen aus Vermögen, die in Form von versteckten Zinslasten von der Masse der  Nicht-Vermögenden finanziert werden. Um hier politisch etwas zu ändern, bedarf es erst einmal der Aufklärung der Masse über die versteckten Zinslasten, die wir alle zu tragen haben. Wer ein Haus mit zwei Drittel Fremdkapital errichtet, sieht nach Tilgung seines Kredites, dass er über die Jahre etwa so viel Geld an Zinsen zu zahlen hatte, wie das Haus gekostet hat. Aber nicht nur bei der Wohnraumschaffung, sondern auch in der Warenproduktion fallen Zinslasten an, denn die Wirtschaft ist stärker verschuldet als der Staat. Laut dem Gutachten des Sachverständigenrats der deutschen Wirtschaft (auch bekannt als die „fünf Wirtschaftsweisen“) bekommen Kapitaleigentümer 25,8% aus Nicht-Arbeitseinkommenszuflüssen. Dieser Anteil muss von den anderen, nicht-vermögenden Mitgliedern der Gesellschaft in Form von versteckten Zinslasten getragen werden.  Im Vergleich zu den versteckten Zinslasten durch Konsum ist die Staatsverschuldung ein geringes Problem, denn nur 5,5% unserer Steuern in Österreich (8 Milliarden von 144 Milliarden Staatseinnahmen 2011) gehen als Zinserträge an die Besitzer von Staatsanleihen. Kurzum: jeder Bürger zahlt erhebliche Beträge an versteckten Zinsen. Waren könnten um ein Viertel günstiger sein, gäbe es  nicht die versteckten Zinslasten.
Eine Vermögenssteuer - so wie sie bspw. vom Volksbegehren „Steuergerechtigkeit jetzt!“ gefordert wird - kann die exponentielle Dynamik der Entwicklung der Vermögenskluft durch die versteckten Zinslasten nicht aufheben, sondern bestenfalls bremsen.
Die schleichende Enteignung der Masse erfolgt aber auch durch die Inflation. Während größere Vermögen heute mit Erträgen von über 5% im Jahr angelegt werden können, bekommt der kleine Sparer nicht einmal die Inflation abgedeckt, die heute offiziell 2,5% beträgt (inoffiziell kommt man auf deutlich höhere Werte). Das bedeutet einen ständigen Verlust der Kaufkraft des Ersparten.
Diese Umverteilung ist im heutigen zinsbasierten Geldsystem nicht umzukehren, denn die leistungslosen Einkommen der Reichen verzerren die Chancengleichheit derartig, dass der finanzielle Lebenserfolg überwiegend jenen zufällt, die über das nötige Startkapital verfügen. Kalkuliert man mit dem Wert von 25,8% Zinslasten (nach dem Gutachten des Sachverständigenrats der deutschen Wirtschaft), dann ist jeder Mensch mit weniger als 300 000 Euro Vermögen ein Systemverlierer.
Liberale Parteien argumentieren, dass die Inflation durch die ständige Steigerung der Geldmenge ausgelöst worden sei und aus dieser Entwicklung alles andere zu erklären sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Anstieg der Geldmenge M1 im Vergleich zu dem Anstieg der Schulden und Geldvermögen verschwindend gering ist (siehe Grafik aus Deutschland oben).
Die leistungslosen Einkommen der einen bedingen in einer Volkswirtschaft immer die Notwendigkeit der einkommenslosen Leistung anderer. Das ist auch so, wenn wir von Steuern und Geld  absehen und uns eine Tauschwirtschaft vorstellen. Leistungen können nur dann fair getauscht werden, wenn jeder für die Leistung, die er einbringt, ein entsprechendes Maß an Gegenleistung aus der Summe der Gesamtleistungen erhält. Bedienen sich einige aus dieser Summe ohne Leistung einzubringen, bleibt für die anderen weniger über.
Dass die Geldmenge an diesem Prinzip nichts ändert, soll im folgenden Beispiel veranschaulicht werden:
Ein Bauer pachtet bei einem Grundbesitzer Land für 1000 Euro pro Monat. Am freien Markt herrscht ein Überangebot an Agrarprodukten und so drücken die Käufer den Preis für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Bauern mit eigenem Land bieten Waren zu einem Preis an, der es ihnen erlaubt, ihre Familie zu erhalten und die Produktionsmittel in Stand zu halten. Der Bauer, der Land gepachtet hat, verfügt ebenfalls über dieses Einkommen, aber für die Bezahlung der Pacht reicht sein Einkommen nicht, also nimmt er sich 1000 Euro Kredit.
Es ist nun egal, ob er sich direkt beim Grundbesitzer oder über eine Bank verschuldet. Die umlaufende Geldmenge in dem Beispiel bleibt in beiden Fällen mit 1000 Euro begrenzt, doch die Schulden des Bauern steigen jeden Monat um 1000 Euro. Der Bauer verpfändet Haus und Hof für seinen Kredit und hofft, dass der Kreditgeber erst nach seinem Ableben darauf zugreift. Nach 10 Jahren hat er 120 000 Euro Schulden, während der Grundbesitzer oder  die Bank 120 000 Euro Vermögensansprüche aus leistungslosem Einkommen erworben hat.
An diesem anschaulichen Beispiel lässt sich sehr gut erkennen, dass Schulden und Geldvermögen unabhängig von der umlaufenden Geldmenge steigen, so lange es leistungslose Einkommen (in diesem Fall die Pacht) gibt. Genau so verhält es sich mit der Geldmenge M1 in der obigen Grafik aus Deutschland gegenüber den stets steigenden Bergen an Schulden und Geldvermögen. Weiters ist zu erkennen, dass jene, die ihr Unternehmen auf ererbtem Kapital gründen können, im freien Wettbewerb eindeutig Vorteile haben. Durch die mangelnde Chancengleichheit werden im heutigen System stets die Vermögenden reicher und die Nicht-Vermögenden ärmer - bis zum Kollaps des Systems (wie bspw. Revolution und/oder Krieg).


Chancengleichheit durch eine Gebühr auf ungenutzte Ressourcen


Nach der Verunsicherung durch die Finanzkrise 2008 bietet heute die Anlage in reale Werte die lukrativste Quelle leistungsloser Einkommen. Eine handvoll Großspekulanten kaufen für einen Monat weltweit eine bestimmte Ressource auf und entziehen sie damit der wirtschaftlichen Nutzung, bis Unternehmen gewillt sind, überhöhte Preise zu zahlen. Die Kosten für diese Preiserpressung trägt natürlich letztendlich der Konsument.
Geeignet für derartige Preiserpressungen sind  verschiedene Arten von Ressourcen: Land, Wasser (in Form von Quellgebieten), Luft (in Form von Emissionszertifikaten), haltbare Agrarprodukte wie Getreide, Edelmetalle, seltene Erden und Energie (z. B. Erdöl). Im Grunde sollten diese Schätze der Erde zum Wohle aller genutzt werden. Wer jedoch weder an deren Gewinnung, noch an deren Verteilung oder deren Konsum beteiligt ist, darf sie nicht der Öffentlichkeit entziehen, ohne dafür Gebühren zu entrichten.
Eine solche Gebühr auf ungenutzte Ressourcen verändert die gesamte Situation. Der Bauer aus dem obigen Beispiel führt das Land des Grundbesitzers einer Nutzung zu und erspart dem Grundbesitzer damit die Gebühr. Klarerweise wird er für diese Leistung nicht zusätzlich auch noch eine Pacht zahlen. Ohne Pacht sind seine Produktionskosten nicht mehr höher als jene eines Bauern, der eigenen Grund und Boden besitzt. So wird Chancengleichheit geschaffen und auch der ständige Anstieg der Vermögenskluft unterbunden.


Nicht verwendetes Geld als ungenutzte Ressource


So wie der Grundbesitzer im vorigen Beispiel durch eine Gebühr auf ungenutzte Ressourcen motiviert wird, sein Land zur Nutzung verfügbar zu machen, können auch Besitzer von Geldvermögen bewogen werden, diese der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen - denn auch nicht verwendetes Geld ist eine ungenutzte Ressource. Dazu bedarf es zweier grundlegender Änderungen in der Geldordnung.
1. Der Sparer muss entscheiden
Heute kann der Sparer gar nicht entscheiden, ob sein Geld als Kredit vergeben wird oder nicht. Die gebundenen Gelder auf den Sparkonten werden nicht zur Geldmenge gezählt, weil dort gar kein Geld existiert. Die Spargelder werden vielmehr von der Bank im Saldenausgleich als Deckung für die Buchgeldschöpfung verwendet. Wenn im Falle einer Verunsicherung zu viele Sparer auf ihr Sparvermögen zugreifen wollen ("Bank Run"), kollabiert das System, weil das Geld nicht (d. h. nur als Buchgeld) existiert.
Daher fordern wir, dass Geld nur dort verbucht wird, wo es tatsächlich ist. Das bedeutet: Der Sparer soll selbst entscheiden, ob er Geld hortet und dafür eine Gebühr zahlt, oder ob er es für die Kreditvergabe zur Verfügung stellt. Stellt er es zur Verfügung, so erhält er einen Tilgungsvertrag, der weiterhin durch Pfand besichert ist. Das Geld aber wandert von seinem Konto zu jenem des Kreditnehmers. Die Bank hat als Vermittler die Aufgabe, die Kreditgeber anonym zu halten.
2. Freier Wettbewerb zwischen Währungen
Die europäische Zentralbank hat durch ihr Währungsmonopol eine sehr große Macht. Wir sind der Ansicht, dass diesem Machtmonopol durch einen freien Wettbewerb konkurrierender Währungen etwas entgegengesetzt werden soll. Würden sich die Banken eines einzelnen Staates entschließen, die Geldverwaltung einer Monopolwährung (wie dem Euro) durch eine Gebühr auf Geld zu finanzieren, so würde  dieser Staat wohl in Geldnot geraten, weil die Sparer ihre Ersparnisse abziehen und in einem anderen Staat anlegen würden.
Ganz anders stellt sich die Situation jedoch dar, wenn wir von frei konkurrierenden Währungen ausgehen. Daher sollte mindestens eine nationalen Währung parallel zum Euro eingeführt werden. Wird für diese Währung weitestgehende Wertstabilität garantiert, wird sie zweifellos von den Menschen gegenüber einer inflationären Währung (wie dem Euro) bevorzugt werden. Weiters kann der Staat einer solchen Währung zusätzlich Bedeutung geben, indem er diese für Staatsausgaben verwendet und zur Tilgung von Steuerschulden akzeptiert. Dieses Konzept der Wertstabilität ist nicht illusionär, sondern hat seine Praxistauglichkeit schon längst durch viele Regionalwährungen unter Beweis gestellt. Dass der Umgang mit zwei oder mehreren Währungen unproblematisch ist, zeigt sich in Währungsgrenzgebieten - dort ist der Umgang mit mehreren Währungen alltägliche Praxis.


Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit durch neue Anlageformen


Durch neue Vertragskonzepte können Gemeinden Leistungen aus nachhaltiger Infrastruktur (bspw. ein Biomasse-Heizkraftwerk) an Ansässige vorverkaufen. So können Bürger für ihre Bedürfnisse in der Pension vorsorgen: Energie- und Wasserversorgung, Müllentsorgung, Betreuungs- und andere Dienstleistungen. Die Verträge lauten auf physikalische Einheiten wie Kilowattstunden, Liter oder Stunden. Sie sind daher inflationsunabhängig und gelten auch nach einem Währungscrash.
Durch den Vorverkauf erhalten auch verschuldete Gemeinden die finanziellen Mittel um nachhaltige Infrastruktur zu errichten und die Wende zur Nachhaltigkeit mitzutragen. Die zukünftige Leistung dieser Infrastruktur lässt sich vorab berechnen. Natürlich darf nur ein Teil der zukünftigen Leistung vorverkauft werden, um die Errichtung zu finanzieren. Der andere Teil der Leistung wird verkauft um die Betriebs- und Instandhaltungskosten zu tragen.
Eine derartige zusätzliche Altersvorsorge, die neben dem Generationenvertrag existieren kann, belässt das Geld in der regionalen Wirtschaft und führt es nicht, wie heutige private Pensionsvorsorgeprodukte, einem krisenanfälligen Finanzmarkt zu. So kann das Geld von anderen Wirtschaftsteilnehmern durch deren Leistung erworben und verwendet werden. Wandert das Geld jedoch in den Wertpapiermarkt, ist das nicht mehr möglich. Jede echte Verteilungsgerechtigkeit beginnt mit Maßnahmen, die Geld in der Realwirtschaft halten, denn gerecht ist Verteilung nur dann, wenn nach erbrachter Leistung verteilt wird.


Warum ist eine auf Zins basierende Währung ständiger Inflation ausgesetzt?


Eine bekannte, sehr stark vereinfachende Antwort lautet: Die Banken bringen Geld über Kredite in Umlauf, verlangen aber letztlich mehr Geld zurück, als sie in Umlauf brachten. Deshalb muss stets neues Geld geschöpft werden - so entsteht Inflation.
Ein ebenso bekannter Einwand dazu besagt, dass Zinsen kein Problem seien, wenn diese bspw. über Gehälter (der Bankmitarbeiter) wieder zurück in die Realwirtschaft fließen, wo sie wiederum für die Zahlung weiterer Zinsen zur Verfügung stehen. Dabei wird die Geldmenge nicht erhöht.
Das Problem hierbei ist nun, dass sowohl die vereinfachende Antwort als auch der bekannte Einwand Teile der praktischen Wirklichkeit ausblenden. Zum Einwand, dass Zinsen kein Problem seien, muss gesagt werden, dass heute nur ein sehr geringer Teil der Zinseinnahmen der Banken durch Gehälter wieder zurück in die Realwirtschaft wandert. Den Großteil muss die Bank an die Sparer abtreten. Diese führen aber ihre Zinseinnahmen kaum dem Konsum zu. Nicht nur Sparer sondern auch die Banken selbst nützen die Einnahmen großteils zum Erwerb von Geldanlageprodukten. In der Realwirtschaft fehlt nun das Geld, um Kredite mitsamt Zins zu tilgen. Also müssen immer neue Kredite aufgenommen werden und damit steigt die Geldmenge - es kommt zur Inflation (lat. inflatio "das Sichaufblasen; das Aufschwellen"). Die erwähnte, vereinfachende Antwort übersieht also den bestimmendsten Faktor der Inflation - das Abwandern des Geldes in den Geldanlagemarkt.
Eine durch Gebühr auf Geld finanzierte Geldverwaltung führt demgegenüber zu wertstabilem Geld, da erst gar keine Zinsgewinne auf Seiten der Sparer entstehen, die in den Geldanlagemarkt abwandern könnten. Die Sparer bedürfen auch keines Zinsertrages, wenn ihr Erspartes nicht an Kaufkraft verliert.


Ist eine Gebühr auf Geld fair?


Immer noch wird gelehrt, Sparer hätten für den Konsumverzicht einen Zinsertrag verdient. Aber der Konsumverzicht aufgrund der Hortung des Geldes führt zu einer stagnierenden Wirtschaft, was doch gar nicht erstrebenswert ist.
Ebenso wird immer noch gelehrt, der Kreditnehmer werde gerechtfertigterweise durch Zins belastet, weil doch das Kreditausfallrisiko gedeckt werden müsse. Aber im Fall einer korrekten Kreditvergabe ist ein Kredit immer durch Pfand und Bürgen besichert.
Die Kreditnehmer halten die Wirtschaft am Laufen. Das wird ersichtlich, wenn wir uns ein Geldsystem an seinem Beginn vorstellen. Geld kommt nur durch Kredite in die Welt. Wenn sich keine Kreditnehmer finden, die bereit sind, ihre zukünftige Arbeitsleistung vorzuverkaufen, sich sozusagen selbst zu versklaven und dafür auch noch ihr Eigentum zu verpfänden, dann kommt kein Geld in Umlauf.
Alles Geld der Sparer haben diese von Kreditnehmern erwirtschaftet. Sie profitieren von dem Geld, für das sich andere versklavt haben. Wer also sollte fairerweise die Geldverwaltung finanzieren? Die, die bereit waren, ihre Arbeit vorzuverkaufen und damit Geld in Umlauf brachten, oder jene, die von der Existenz all dieses Geldes profitieren, ohne eine Gegenleistung eingebracht zu haben? Es ist nicht das Gold der Nationalbank, sondern es sind die Pfandgüter der Kreditnehmer, durch die der Wert des Geldes gesichert ist. Wenn viele Sparer ihre Vermögen von der Bank abheben und die Bank selbst in Geldnot gerät, so fordert sie nicht Gold von der Nationalbank, sondern sie stellt Kredite fällig und verkauft im Notfall die Pfandgüter der Kreditnehmer. Dass man ihnen auch noch einen Kreditzins auferlegt, ist nicht fair! Aber das System rächt sich und scheitert letztendlich, wenn man dauernd versucht, Geld von jenen zu nehmen, die keines haben. Das System zerbricht dann an einer eskalierenden Vermögenskluft.
Wesentlich fairer wäre es, die Gebühr für die Geldverwaltung nicht von den Schuldnern einzuheben, sondern von all jenen, die gerade über Geld verfügen und damit von seiner Existenz profitieren. Die Einhebung einer solche Gebühr lässt sich am Einfachsten bei elektronische Währungen realisieren. So können Banken täglich den anfallenden Anteil der Geldverwaltungsgebühr abbuchen.
Die nicht-vermögenden Bürger werden schnell merken, dass sie mehr Geld zur Verfügung haben als mit einer zins- und inflationsbelasteten Währung, weil die versteckten Zinslasten auf Waren und Steuern dann ebenso der Vergangenheit angehören wie der ständige Kaufkraftverlust durch die Inflation. Die Promille-Bruchteile, die jeden Tag an Gebühren anfallen, sind erst für Vermögende spürbar. Einen Grund zur Beschwerde haben sie jedoch nicht, denn sie werden gleich behandelt wie alle anderen Bürger. Vermögende sind also angehalten, die Geldhortung in großem Stil aufzugeben und dafür zu sorgen, dass ihr Geld wieder seine Funktion in der Realwirtschaft übernehmen kann, indem sie es für Kreditvergaben zur Verfügung stellen oder sinnvollen Anlageformen zuführen.

 

Wir fordern

Chancengleichheit durch Gebühr auf ungenutzte Ressourcen
Freier Wettbewerb zwischen Währungen
Einführung einer wertstabilen, zinsfreien Parallelwährung
Währungsunabhängige Wertanlagen durch neue Vertragskonzepte

 

Wer dieser Forderungen unterstützen will, unterschreibt das Volksbgehren.

 

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Die Forderungen im Detail PDF Drucken

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Steuerung der Geldmenge durch gemeinnützige Institutionen


Geldschöpfung nach dem Prinzip der Gewaltenteilung

Die Geldmenge M1 umfasst die Zahlungsmittel, also sowohl das Bargeld als auch die Giralgelder auf unseren Bankkonten. Diese Geldmenge steigt stetig an. Wer produziert dieses neue Geld?
Weniger als ein Zehntel dieser Geldmenge wird von der Zentralbank herausgegeben. Somit sind die privaten Bankinstitute die eigentlichen Geldschöpfer
Sie geben Kredite aus, indem sie Beträge in Bücher schreiben. So lange dieses Buchgeld (Giralgeld, das nur als Zahl in Büchern existiert) in Umlauf bleibt, erhalten die Privatbanken dafür Zinserträge. Da immer Geld in Umlauf sein muss, weil die Wirtschaft nicht mit der geringen Menge an Zentralbankgeld auskäme, ist dies eine enorme Geldquelle. Je mehr Kreditnehmer die Banken finden, desto mehr Geld können sie produzieren und desto umfangreicher werden ihre Erträge. Kein Wunder also, dass die Geldmenge stets ansteigt und damit auch die Schulden. Die Gesetze des Marktes führen dann zu einer steigenden Inflation. Durch diese Inflation werden breite Bevölkerungsschichten um ihre Kaufkraft gebracht.
Dem Staat den Anstieg der Geldmenge anzulasten ist nicht korrekt, denn wie die folgende Grafik aus Deutschland zeigt, profitiert der Staat nicht von der Geldmengenerhöhung. Das gilt auch für Österreich.

Es ist das private Bankensystem, das Kredite vergibt und damit weitgehend eigenmächtig von der Zentralbank die Geldmenge bestimmt. Der Versuch der Europäischen Zentralbank, nach der Krise 2008 durch einen günstigen Leitzinssatz die Wirtschaft mit Geld zu fluten, ist gescheitert. Denn das private Bankensystem ist daran interessiert, dass Geld in der Wirtschaft ein knappes Gut ist und somit die Kreditzinsen hoch gehalten werden können. (Die Banken profitieren zwar von einer erhöhten Geldmenge, aber nur solange die Gelder in den Wertpapierhandel abwandern und in der Realwirtschaft fehlen.)
Es liegt in der freien Entscheidung der Banken, wen sie als kreditwürdig erachten und wen nicht. Sie können willkürlich festlegen, den Kredit einer wichtigen Persönlichkeit mit nur zwei Prozent, den eines einfachen Bürgers aber mit acht Prozent zu verzinsen. Sind Kreditnehmer zahlungsunfähig, so können sie entscheiden, ob sie ihnen bis an das Lebensende Aufschübe gewähren, oder deren Hab und Gut sofort verpfänden.
Nicht von ungefähr haben wir in unseren Demokratien die Entscheidung über  Recht und Unrecht einer Gerichtsbarkeit unterworfen, die dem Prinzip der Gewaltenteilung unterliegt. Sollte die Macht, über die Zurverfügungstellung von Geldmitteln (und somit über "Arm und Reich") zu entscheiden, nicht auch diesem Prinzip unterworfen werden? In unserem heutigen System profitieren jene Institutionen (also Banken), die  das Geld erzeugen, von den Zinseinnahmen. Wendet man dieselbe Logik auf die Gerichtsbarkeit an, würde es bedeuten, dass die Gehälter von Richtern durch die Anzahl der Verurteilungen bestimmt sind. Welch widersinnige Vorstellung!
Wir fordern daher, dass die Geldschöpfung zur Gänze in die Hand einer gemeinnützigen Institution gelegt wird. Die Entlohnung der Mitarbeiter dieser gemeinnützigen Institution erfolgt unabhängig davon,  wieviel Geld sie in Umlauf bringen. Dieses Grundprinzip der Gewaltenteilung muss gesetzlich verankert werden. Die darauf basierende neue Form der Zentralbank wollen wir nach der Idee von Prof. Dr. Josef Huber "Monetative" nennen.
Die Geschäftsbanken sollen in Zukunft somit die Aufgabe haben, Geld in Umlauf zu halten, aber nicht Buchgeld zu schöpfen. Das bedeutet, sie sollen Spargelder annehmen und durch Kredite wieder der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Auf den Konten soll das Geld dort aufscheinen, wo es gerade ist. Wo es irgendwann wieder sein wird, soll hingegen durch Verträge geregelt werden. Der Staat wird weiterhin der letzte Garant für die Bankgeschäfte bleiben. Aber eben nur für diese klassischen Aufgaben der Bank, nicht jedoch für Spekulationsgeschäfte.

Geldmengenkontrolle nach dem Prinzip des freien Marktes

Die Gefahr, dass die Mitarbeiter der Monetative nicht im Sinne des Gemeinwohls agieren, könnte durch konkurrierende Währungen gebannt werden. Wenn der Euro in Zukunft allein durch die europäische Zentralbank in Umlauf kommt, so wäre es sinnvoll, deren Macht dadurch zu begrenzen, dass die einzelnen Staaten zusätzlich eine innerstaatliche Währung in Umlauf bringen.
Die Menge dieser Währung ist dann über eine staatliche Monetative zu regulieren, deren Mitarbeiter ebenfalls ihren Gehalt unabhängig von der ausgegebenen Geldmenge beziehen und die aus der Nationalbank hervorgehen könnte. Wird zu viel an nationaler Währung in Umlauf gebracht, so wird diese unattraktiv, da sie gegenüber dem Euro abgewertet wird. Eine solche Währung wird dann vom Bürger nicht mehr angenommen werden. So ergibt sich eine Konkurrenzsituation der Währungen, durch die es nicht mehr möglich ist, Profite aus unregulierter Geldmengenausweitung zu erzielen.

Was kosten uns private Banken?

Zu dieser Frage verfügen wir leider nur über Zahlen aus Deutschland, die Helmut Creutz erhoben hat. Die Bankmarge (Zinsüberschuss der Banken) betrug dort seit 2005 jedes Jahr etwa 90 Mrd.€.
Das ist das 2½fache dessen, was der deutsche Staat für Bildung, Wissenschaft und Kunst zusammen ausgibt. Darf die Kontoführung für einen Menschen so viel kosten, als würde er sein ganzes Berufsleben lang ausgebildet?
Wenn ein marktwirtschaftliches Bankensystem derart teuer arbeitet, so doch deshalb, weil es nicht dem freien Wettbewerb unterliegt, sondern über einen Monopolstatus verfügt. Und das tut unser heutiges System: Es verfügt über das Geldschöpfungsmonopol.

Wer erhält die Zinseinnahmen aus neuem Geld?

Wird Geld als Kredit in die Welt gebracht, so entstehen Zinserträge. Mit welchem Recht sollte der Geldschöpfer diese Erträge erhalten, für ein Geld, das er einfach schöpft? Es steht ihm damit heute eine Einnahmequelle für alle Zeiten zur Verfügung, wenn er die Geldmenge dauerhaft erhöht (und sie wurde nie gesenkt). Er ist daher an einer maximalen Erhöhung interessiert. Da dies keine sinnvolle Regelung ist, weil das Prinzip der Gewaltenteilung fehlt, darf in einer zukünftigen Geldordnung das geschaffene Geld nicht der geldschöpfenden Institution gehören. Geld ist eine kulturelle Errungenschaft - sollte es es daher nicht ein Gemeingut sein?
Daraus ergibt sich die Frage, wie man der Gemeinschaft neues Geld zur  Verfügung stellt, ohne dass sich jemand daran unrechtmäßig bereichert. Die Antwort: Es könnte der Gemeinschaft übergeben werden, die es für allgemeine Zwecke ausgibt. Bewegungen in diese Richtung gibt es bereits: zum Beispiel die "Monetative" nach  dem Ökonomen Prof. Dr. Josef Huber.
Ein Weg zu diesem Ziel, der den Staaten gesetzlich heute schon offen steht, ist die Gründung einer neuen Währung durch Herausgabe von klein gestückelten Steuergutschriften. Der Staat bezahlt also mit etwas, das die eigene Nationalbank bzw. Monetative für ihn druckt. Die dort tätigen Fachleute entscheiden nach ökonomischen Kriterien über die Menge der herauszugebenden Gutschriften und übergeben sie dem Staat. Mit dieser Inlandswährung könnte bspw. der griechische Staat seine derzeit reduzierten Sozialleistungen weiter tragen, ohne sich dafür verschulden zu müssen. Die Sozialleistungsempfänger geben dieses Geld bei Händlern aus, die damit Steuerschulden begleichen. Diese Konkurrenzwährung hält dann den Euro in Schach. Mehr zu dieser Idee, die auf Ernst Dorfner zurückgeht, ist unter dem Begriff "Taxos" im Internet zu finden.
Fazit: Die Möglichkeit, sinnvoll zu handeln, existiert. Es obliegt unserer Politik diese neuen Wege zu beschreiten. Dazu wird keine Einwilligung der Banken benötigt.

Der österreichische Staat wurde seit 1980 schlanker

Die Staatsausgaben Österreichs haben sich seit 1980 immer um 50% des BIP bewegt, unabhängig von den Regierungskonstellationen. Auch die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge haben sich im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung so gut wie nicht verändert. Aber die Staatsschulden haben sich im Verhältnis zum BIP seither verdoppelt, so dass heute ein doppelt so hoher Betrag für Zinslasten aufgeht. Die Zinslast beträgt damit heute ein Fünftel der Staatsausgaben. Bei einer Zinslast von 2,37% pro Jahr verdoppelt sich eine Schuld in 30 Jahren. Diese Steigerung geht somit rein auf den Zinseszinseffekt zurück und nicht auf  Misswirtschaft. Bei einem realistischen Zinssatz von 3,5% sollten wir noch um ein Drittel mehr Staatsschulden haben. Das bedeutet, die staatlichen Leistungen wurde in Relation zur Wirtschaftsleistung seit 1980 gesenkt. Allerdings hat dies nicht zu Steuersenkungen geführt, da wir die erhöhten Zinslasten zu tragen haben.

 

Gerechte Vermögensverteilung

 

Die Erfassung der Geldvermögen ist ein großes Tabu-Thema unserer Geldwirtschaft. Umfragen dazu sind spärlich und existieren aus der Vergangenheit nur für Deutschland. Die beiden folgenden Grafiken zeigen eine Entwicklung, die kontinuierlich seit den 50er Jahren vonstatten ging und hier für 1990 und 2007 erfasst wurde. Die Vermögen haben sich immer ungleicher verteilt.

Die Grafik aus Deutschland zeigt die Vermögensverteilung aus dem Jahr 1990 und dem Jahr 2007* für 10 nach Vermögen gestaffelte Bevölkerungsgruppen - von den Ärmsten zu den Reichsten. Für Österreich steht uns eine solche Grafik aus dem Jahr 2008/2009 zur Verfügung. Wir sehen, dass die Ungleichverteilung noch höher ausfällt als 2007 in Deutschland.

*) Die Grafiken beruhen auf Arbeiten von Helmut Creutz (basierend auf Auswertungen des DIW des SOEP):  "Das Geldsyndrom", Abbildung 51 und "Armut und Reichtum driften auseinander". Helmut Creutz addierte in beiden Fällen das Geldvermögen plus das schuldenfreie Sachvermögen pro Haushalt und kommt somit auf höhere Werte als die Pro-Kopf-Angaben des DIW. Die Statistik aus 1990 wurde von DI Tobias Plettenbacher in Euro umgerechnet und zu dieser vergleichenden Grafik verbunden.

Der Grund für den ständigen Anstieg liegt in den enormen Einkommen aus Kapital. Während das Einkommen aus Arbeit durch die Leistung eines Menschen eine natürliche Begrenzung erfährt, steigen die Kapitalerträge mit der Größe des vorhandenen Vermögens. Der Kapitalertrag nimmt somit exponentiell zu und es ergibt sich eine Entwicklung, die den Reichen Vermögenszuwächse weit jenseits der Leistungsfähigkeit eines einzelnen Menschen ermöglicht. Erhöhen wir die gezeigten Vermögen um einen Zinssatz von 5% so erhält das ärmste Zehntel pro Kopf 7,5 €, während jene, die zum reichsten Hundertstel gehören 5652 € pro Kopf erhalten. So verteilt sich Vermögen durch Kapitalerträge von Jahr zu Jahr ungleicher.
Allerdings ist dies nur ein Aspekt der Vermögensverteilung. Unternehmenskapital ist ebenso ungleich verteilt und die Werte liegen im Spitzenbereich um das Tausendfache über jenen der Privatvermögen. Wenn heute ein Lebensmittelkonzern wie Aldi/Hofer eine Wachstumsrate von 22% aufweist und damit ein Firmenvermögen von 27  Milliarden Euro in den Händen von zwei Brüdern zu liegen kommt, so ist dies ein Ungleichgewicht, das über eine Neuregulation des Geldsystems zwar gemildert, aber nicht völlig ausgeglichen werden kann. Zum Wirtschaftswachstum tragen solche großen Firmenvermögen kaum etwas bei, weil in gleichem Ausmaß Kleinunternehmer (in dem Fall Einzelhandelskaufleute) verschwinden. Alle großen Wirtschaftsbereiche sind heute durch wenige Monopole besetzt. Es ergeben sich daraus neue Machtverhältnisse. Dies wirft die Frage auf, ob der freie Markt überhaupt noch durch Angebot und Nachfrage im Sinne der Allgemeinheit reguliert wird, denn hier treten keine etwa gleich starken Konkurrenten gegeneinander an. Die Großen fressen die Kleinen und bestimmen danach die Preise durch ihren Monopolstatus.
Unser Gesellschaftsgefüge zerbricht heute daran, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich durch die Kapitalerträge immer weiter öffnet. Keine Geldsystemreform kommt daher an diesem Thema vorbei, denn dem Reichtum der einen stehen spiegelbildlich die Schulden der anderen gegenüber. Die Schulden der Kreditnehmer werden in der Bankbilanz durch die Geldvermögen der Reichen gedeckt. Im Saldenausgleich muss sich beides zu Null aufheben. Daraus ergibt sich die Spiegelbildlichkeit*:

*) Summe der Geldvermögen und Schulden in Österreich (2010 - ohne Aktien): Grafik von DI Tobias Plettenbacher, basierend auf den Daten der Österreichischen Nationalbank, wobei einzelne  Datenreihen vor dem Jahr 1975 angelehnt an die Entwicklung in Deutschland  interpoliert wurden.

In dieser Grafik, welche aus Bankbilanzen erstellt wurde, sind  nur die Geldvermögen und nicht das viel größere materielle Unternehmenskapital verzeichnet. Hier zeigt sich, dass die Wirtschaft der Hauptschuldner ist, während die Geldvermögen überwiegend in privater Hand liegen. Vor allem aber zeigt sich die exponentielle Zunahme der Geldvermögen und Schulden durch den Zinseszinseffekt. Hier die Grafik für Deutschland:

Keine Regierung irgendeines Landes hat es bisher geschafft, diese Kurve zu beeinflussen. Der kleine Hügel in der deutschen Statistik um 1990 ergibt sich aus der Wiedervereinigung. Die Abflachung nach 2000 ergibt sich durch massive Firmenpleiten (Insolvenzen) und dadurch dass sich Unternehmen zunehmend durch Aktien finanzieren. Die Krise 2008 bewirkte nur eine kurzfristige Umkehr. Die Kurve ergibt sich aus den Regeln unseres Geldsystems und führt direkt zu dessen Zusammenbruch. Wir fordern unsere Regierung auf, diese Regeln sinnvoll, zum Wohl der Gesellschaft zu verändern. Viele Experten zeigen Alternativen zum gegenwärtigen Kurs auf, siehe geldmitsystem.eu. Es mutet befremdlich an, dass sich die Politik von der Banken-Lobby beraten lässt, also ausgerechnet jener Gruppe,  die uns in die Krise gebracht hat.
Historisch gesehen sind auf Zinseszins aufbauende Systeme stets nach 5 bis 8 Jahrzehnten zusammengebrochen. Die Folgen waren grobe soziale Verwerfungen, die meist in Kriege mündeten. Die alten großen Kulturen kannten den totalen Schuldenerlass durch den Herrscher und konnten deshalb über Jahrtausende existieren. Das frühe Juden- und Christentum kannte den totalen Schuldenerlass in Jubeljahren (etwa alle 5 Jahrzehnte) um die Wirtschaft wieder zu stabilisieren. Dies zeigt, dass diese Kulturen über eine soziale Intelligenz verfügten, die unserem Bankensystem eindeutig fehlt.
Dass ein auf Zinseszins beruhendes System nicht über Jahrhunderte existieren kann, wird jedem klar, der über den berühmten "Josefspfennig" nachdenkt: Hätte Josef, der Vater von Jesus, im Jahre null einen Cent mit 5% Verzinsung angelegt, so stünden ihm 2012 also heute, 51 Milliarden Kugeln Gold vom Gewicht unserer Erde zu.
Wenn wir auf eine Selbstregulation unseres Geldsystems hoffen wollen, dann müssen wir es so wie die Systeme der Natur gestalten. Sie regulieren sich nach dem Prinzip: Je größer ein Wert wird, desto mehr wird er eingebremst. Damit halten sich alle Werte in einem Rahmen. Unser heutiges Geldsystem funktioniert jedoch nach der Regel: Je größer ein Vermögen ist, umso stärker wächst es. Diese Regel kennen wir in der Natur nur dort, wo etwas aus dem Ruder läuft, wie bspw. bei einer nuklearen Kettenreaktion (Kernwaffenexplosion) oder bei Krebs. Sie stellt das Gegenteil einer Selbstregulation dar.
Systemanalysen von anerkannten Ökonomen, die mathematische Simulationen zum Geld- und Wirtschaftssystem entwickeln, wie Prof. Dr. Jürgen Kremer, Prof. Dr. Peter Fleissner, Prof. Dr. Christian Kreiß, Dr. Stephan Schulmeister u.a. zeigen: Unser heutiger Weg führt in die Katastrophe.
Auch sie kommen zu dem Schluss, dass die Bevölkerung die Vermögenszuwächse der Reichen nicht beliebig lange tragen kann und eine nachhaltige Kultur auf einem Geldsystem gründen muss, welches leistungslose Einkommen unterbindet. Jede politische Maßnahme, die eine Rückverteilung anstrebt (wie bspw. eine Vermögenssteuer), kommt in den Konflikt, der reichen Bevölkerung ihre Kapitalerträge streitig machen zu müssen. Aber müssen wir wirklich jemandem etwas wegnehmen? Es ist auch ein anderer, effizienterer Weg vorstellbar:

Marktwirtschaft mit neuen Ausgangsbedingungen

Ein Unternehmer, der sein Kapital in sein Unternehmen steckt und daraus Gewinne erzielt, hat dafür eine Leistung erbracht. Er hat sein Unternehmen gut geführt. Die Konkurrenz am freien Markt sorgt dafür, dass er für die Leistungen seines Unternehmens keine Phantasiepreise verlangen kann. Wir wollen ihm seinen Gewinn nicht streitig machen, solange keine Monopolbildung vorliegt.
Aber wie sieht es mit den leistungslosen Einkommen durch Zinserträge oder Spekulations­geschäfte aus?
Was die Zinserträge auf unseren Sparbüchern betrifft, so gleichen sie heute gerade einmal die Inflation aus. Aber diese Inflation ist umgekehrt auch nur durch die jährliche Erhöhung der Geldmenge bedingt, die notwendig ist, um die Zinserträge aus den stets steigenden Schuldenbergen zu bezahlen. Diese Wechselwirkung wird gemildert, wenn die Zinserträge sinken. Die Kaufkraft des Sparers bleibt dann die gleiche, auch wenn seine Erträge sinken. Niedrige Zinserträge auf Seiten der Sparer haben den Vorteil, dass damit die Vermögenskluft nicht mehr so rasant wächst.
Den Zinseinnahmen der Vermögenden stehen die Kreditzinsen der Kreditnehmer gegenüber. Verschuldete Unternehmen sind gezwungen ihre Zinsaufwendungen über die Warenpreise an den Konsumenten weiterzugeben. Durch die enorme Verschuldung der Wirtschaft fallen heute auf einen Warenpreis durchschnittlich 25% Zinslasten an. Von den österreichischen Steuern wandern im Vergleich dazu nur 5,5% als Zinsertrag an die Besitzer der Geldvermögen.
Die folgende Studie von Helmut Creutz kommt sogar auf 34,8% Zinsanteil. In der Darstellung sieht man die Ausgaben für Konsum der 10 Vermögensgruppen sind in Grau. Die darin enthaltenen 34,8% Zinslasten sind als schwarze Säulen dargestellt. Das Volumen an Zinserträgen (weiß) entspricht diesen Zinslasten. Die Erträge fallen aber vor allem den Vermögenden zu. Das zweitreichste Zehntel der Bevölkerung erhält in etwa Zinserträge in der Höhe der Zinslasten, die es trägt. Alle ärmeren acht Bevölkerungsgruppen sind Zahler an das reichste Zehntel dessen Zinserträge sogar den Konsum übertreffen.

Die Erhebungen von Helmut Creutz wurden von einem Gutachten des Sachverständigenrates der deutschen Wirtschaft ("die fünf Wirtschaftsweisen") bestätigt, wonach ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts in Form von Kapitalerträgen an die vermögenden Haushalte fließt. Prof. Dr. Christian Kreiß geht dazu näher in seinem bekannten Vortrag ein.
Viel von dem Geld kehrt nicht mehr in die Realwirtschaft zurück, sondern landet am Wertpapiermarkt wo es dem Handel von Versprechen dient. Die Geldknappheit in der Warenwirtschaft (Realwirtschaft) nimmt zu. Helmut Creutz ist in einer Studie dem Zuwachs der Geldvermögen nachgegangen und zu dem Schluss gekommen, dass er in überwiegendem Maße auf Zinszuwächse aus Börsen- oder Bankgeschäften zurückzuführen ist.
Die leistungslosen Einkommen durch Spekulation sind unterschiedlich zu betrachten. Allgemein kann gesagt werden: Wäre die Börse ein Nullsummenspiel, so wären dort durchschnittlich keine Gewinne zu erwirtschaften. Tatsächlich aber haben die Geschäfte an der Börse mehr mit einer gezielten Preis-Erpressung als mit Fachwissen zu tun.
Nehmen wir an, eine Hand voll kapitalstarker Spekulanten kaufen Getreide im großen Stil auf und halten es vom Markt zurück. Die Menschen brauchen das Getreide und irgendwann zahlt die Realwirtschaft total überzogene Preise dafür. Wie kann so etwas gerechtfertigt werden? Welche Leistung hat der Spekulant erbracht? Er besitzt  etwas, das er nicht nutzt oder als Händler verteilt und entzieht es nur der Nutzung durch andere. Solcherlei Geldanlage nimmt durch die enorme Vermögensakkumulation heute extrem schädliche Auswüchse an, die wir alle in den Produktpreisen zu spüren bekommen.
Ungenützter Ressourcenbesitz ist ein Verbrechen an der Menschheit. Sollten die Schätze dieser Erde, wie Luft, Wasser, Land aber auch Rohstoffe wie Erdöl und Edelmetalle nicht im Ursprung Allgemeingut sein, das niemand an sich raffen darf, ohne an der Nutzbarmachung mitzuarbeiten? Es spricht nichts dagegen, die Entschädigung der Arbeit für die Gewinnung und Verteilung von Ressourcen dem freien Markt zu überlassen. Aber der Zwischenhandel durch Spekulanten, die nicht die Verteilerfunktion des Handels übernehmen, ist durch Gebühren einzudämmen. Selbst positive Innovationen, wie die CO2-Zertifikate werden für Spekulanten zur unverdienten Einnahmequelle, indem sie sie aufkaufen und hohe Preise erpressen. Erst wenn der ungenützte Besitz verboten wird, können die Zertifikate ihre positive Wirkung entfalten. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass heute sogar mit unserer Luft gehandelt wird!
Wenden wir diese Erkenntnis praktisch an, so kommen wir zu dem Schluss, dass auch ein Stück Land, das ein Eigentümer an einen Bauern verpachtet, ihm heute ein leistungsloses Einkommen beschert. Aber das Land ist ja damit genutzt. Die Gebühr sollte doch nur anfallen, wenn es nicht verpachtet wird und gutes Ackerland über Jahre brach liegen bleibt, oder?
Tatsächlich sollte in diesem Fall keine Gebühr bezahlt werden und doch wird das Land dem Eigentümer kaum mehr leistungsloses Einkommen mehr bescheren. Denn eine Gebühr auf ungenütztes Allgemeingut verändert die gesamte Grundlage des freien Marktes. Ist die Gebühr hoch genug, wird der Bauer dem Eigentümer nämlich keinen Pachtzins mehr zahlen, denn er weiß, dass seine Leistung als Pächter darin besteht, dem Eigentümer die Gebühr zu ersparen.
Was bringt Eigentum, wenn es in Zukunft kein leistungsloses Einkommen mehr verspricht? Es bringt Prestige, Einfluss und Sicherheit, denn der Eigentümer kann sich den Pächter aussuchen. Er kann aber genauso gut den Grund verkaufen, das Geld als Kredit vergeben und von den Tilgungsraten leben. Schulden bringen hingegen Abhängigkeit vom Wohlwollen des Pächters und die Verpflichtung zu regelmäßigem Einkommen. Schulden versklaven den Menschen auch wenn der Kreditzins nahezu Null ist. Was Vermögen aber in Zukunft nicht mehr erbringen darf, ist seine leistungslose Vermehrung, denn an dieser zerbricht die Gesellschaft früher oder später.
Wenn Ackerland durch die Gebühr kaum mehr Pachtzins einbringt, bedeutet dies natürlich nicht, dass in dieser gedachten Zukunft keine Mieten für Wohnungen mehr anfielen. Zwar hätte der Eigentümer unvermieteter Wohnhäuser natürlich die Gebühr auf ungenütztes Allgemeingut zu zahlen, die aber nicht höher sein dürfte, als jene für einen Baugrund gleicher Größe. Denn die Bausubstanz muss durch die Miete erhalten werden. Die Gebühr dient lediglich als Motivation, die Wohnungen nicht leer stehen zu lassen. Die auf den Markt kommenden Wohnungen werden dann die Preise, sowohl für Mieten als auch für Eigentum senken. Natürlich gilt das Wochenendhaus des einfachen Bürgers nicht als ungenützt. Hat er fünf Wochenendhäuser, so sieht die Sache allerdings anders aus. Er wird sie wohl zum Teil nutzbar machen, um einer Gebühr zu entgehen.
Es ist nicht im Sinne des Menschenrechts auf Chancengleichheit aller Menschen von Geburt an, wenn der Eine als Erbe ganzer Ländereien zur Welt kommt, während der Andere dazu verdammt ist, lebenslang ein "Mietsklave" zu sein. Jedem sollte zumindest ein kleiner Baugrund zustehen. Wenn wir dies ohne Enteignungen umsetzen wollen, bleibt nur die Entschädigung aller aus den anfallenden Gebühren auf  ungenützten Ressourcenbesitz. Angesichts der enormen Verteilungsungleichheit beträfe diese Gebühr fast ausschließlich das Zehntel der Bevölkerung, welches heute nahezu die gesamten Immobilien besitzt, denn die anderen verfügen nicht über mehr als sie nutzen können:

Ist nicht eine Besteuerung ungenützten Ressourcenbesitzes einer Besteuerung von Arbeit vorzuziehen? Dient nicht jede Arbeit letztlich der Allgemeinheit? Gehortete Ressourcen schaden hingegen dem Wohl der Gemeinschaft. Hier wäre eine Steuer gerechtfertigt. Zeigen solche Steuern positive Effekte, könnte durch deren Erhöhung sogar ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden, das einen effizienten Weg der Umverteilung darstellen würde.

Die Definition von Geld als allgemeine Ressource schafft neue Regeln für den freien Markt

Nicht nur Ackerland, sondern auch Geld kann der Nutzung entzogen werden. Dies ist dann der Fall, wenn Spargelder nicht über Kredite in den Umlauf zurück gebracht werden. So gesehen kann man Geld als allgemeine Ressource betrachten, auf deren ungenützte Hortung ebenso eine Gebühr anfallen muss.
Genau genommen gibt es den Geldumlauf von Spargeldern zu Kreditgeldern heute überhaupt nicht mehr. Die Bank verwendet die gebundenen Gelder der Sparer für den Saldenausgleich um in ebenso großem Ausmaß neues Buchgeld zu erzeugen. Es wäre allerdings wünschenswert diesen Prozess so zu verbuchen, dass wieder ein Umlauf ersichtlich wird.
Nehmen wir also ein neues System an, in dem das Geld des Sparers (es kann Buchgeld sein) direkt an den Kreditnehmer weitergereicht wird, so wie es früher mit dem Bargeldumlauf der Fall war. Werden nun Spargelder  nicht wieder in Umlauf gebracht, leidet die Wirtschaft irgendwann unter Geldnot und wird durch die Gesetze des Marktes dazu gezwungen immer höhere Kreditzinsen in Kauf zu nehmen und immer mehr Schulden zu machen.
Genau wie im Fall der Gebühr auf ungenutztes Ackerland, wird die Bereitschaft steigen, Spargelder über Kredit wieder in Umlauf zu bringen, wenn auf gehortetes Geld eine Gebühr anfällt. Nun stehen wir aber vor dem Problem, dass heute der Sparer gar nicht die Wahl hat, ob er sein Geld horten oder über Kredite verfügbar machen will. Deshalb ist von den Banken eine neue Buchführung zu fordern, in der das Geld dort verzeichnet wird, wo es tatsächlich ist. Wenn der Sparer es als Kredit vergibt, um der Gebühr zu entgehen, dann ist es in Zukunft auch nicht mehr auf seinem Sparkonto, sondern er erhält einen Schuldschein von der Bank. Die Bank kann den Kreditnehmer anonym halten. Damit übernimmt sie als Zwischenhändler eine wichtige Funktion. Der Staat kann für die Kredite bürgen, so wie er heute schon für die Banken bürgt.
Vor allem aber erhält die Bank dann ihre Einnahmen aus der Gebühr auf Geldhortung und nicht mehr aus Buchgeldschöpfung und Zinswucher. Da sie in einem zukünftigen System keine Gelder in den Finanzmarkt abzweigen kann, ergehen die Einnahmen über Gehälter in die Realwirtschaft, wodurch sie wieder den Unternehmen zugeführt werden. Sparer und Kreditnehmer können diese Gelder also erwirtschaften. In einem solchen System sind Kreditnehmer willkommen, weil sie den Sparern Gebühren ersparen. Es werden also kaum Kreditzinsen anfallen. Die bis heute stattgefundene Umverteilung von den Kreditnehmern zu den Vermögenden hat damit ein Ende. (Siehe auch: "Der Ist-Zustand des Geldsystems und ein möglicher Wandel".)
Wenn Geld nun als Ressource gilt, ergibt sich die Frage, ob dann ein reicher Mensch nicht mehr von seinem Vermögen leben kann, weil die Gebühr auf ungenützten Ressourcenbesitz es laufend reduziert. Er kann sehr wohl von seinem Vermögen leben, denn er wird der Gebühr entgehen, indem er sein Geld als Kredit vergibt und von den Tilgungsraten lebt. Aber sein Vermögen wird dabei über seine Lebenszeit hinweg aufgebraucht. Heute können alle Folge-Generationen auch noch von den Sparzinsen großer Vermögen leben, da das Vermögen selbst dabei nicht angetastet wird. Solch leistungslose Einkommen gibt es mit einer Gebühr auf Geld nicht mehr. Es muss uns klar sein, dass nur durch Abschaffung der massiven Zinserträge eine weitere Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich verhindert werden kann, denn es sind diese Erträge, durch die die Geldvermögen wachsen und spiegelbildlich dazu die Schulden.
Die Vermögenskluft radikalisiert heute unsere Gesellschaft und bringt das Wirtschaftssystem zum erliegen, denn die Schulden liegen hauptsächlich bei den Unternehmen und mit der Verschuldung steigen die Insolvenzen. Bevor ein Unternehmen in Konkurs geht, versucht es die Last der Schuldtilgung noch durch Dumping-Löhne an die Mitarbeiter abzugeben. Mit der Insolvenz verlieren auch Aktionäre und Unternehmer ihr Geld. Somit profitieren nicht einmal die Vermögenden von der Beibehaltung des heutigen Systems.

Wir erkennen den starken Anstieg der Insolvenzen nach 2000. Spiegelbildlich dazu ergab sich eine Eindellung in den Grafiken zu Geldvermögen/Schulden, die weiter vorne im Text zu sehen sind. Firmenkapital wird verpfändet und Schulden beglichen. Aktien verlieren ihren Wert. Es folgt somit ein ungesunder Rückgang der Vermögen und Schulden. Gesund wäre der Rückgang, wenn Firmen wieder zu Geld kämen und ihre Schulden begleichen würden, ohne insolvent zu werden.
Unserer Wirtschaft droht also der Untergang durch Überhandnahme der Firmenpleiten. Die beschriebene Umstrukturierung des Systems ist diesem Untergangsszenario wohl vorzuziehen. Die Banken finanzieren sich dann nicht mehr über Kredite, denn deren Zinsen gehen auf Null zu, sondern über die genannte Gebühr, welche jede Nacht von den Bankcomputern automatisch von den Konten abgezogen wird, wo immer das Geld am Tagesende zu liegen kommt. Als tägliche Gebühr wird sie sich in einer kaum bemerkbaren Höhe bewegen.
Es gibt bereits viele erfolgreiche Experimente mit Lokalwährungen, auf die eine solche Geldumlaufgebühr anfällt. Eine staatsweite Parallelwährung zum Euro nach diesem Prinzip wäre wünschenswert. Die Schweiz experimentiert heute bereits mit Negativ-Sparzinsen und nützt damit einen ähnlichen Effekt. Für den Euro bedürfte es einer europäischen Einigung zu einer solchen Maßnahme, da ansonsten Spargelder ins Ausland abwandern würden.

Vermögenssteuer versus Gebühr auf ungenützte Ressourcen

Eine Obergrenze für Einkommen erscheint sinnvoll. Aber Unternehmer können dieser leicht entgehen, indem sie vorerst so stark in ihr Unternehmen investieren, dass kein Einkommen über bleibt, um später Anteile zu verkaufen und daraus Vermögen zu generieren.
Die Umsetzung einer Besteuerung von Vermögen stößt auf Widerstand, denn sie wird von den Reichen als unfair empfunden, weil sie Menschen unterschiedlich behandelt.
Außerdem kann eine Vermögenssteuer die Umverteilung durch Zins nicht ausgleichen, sondern bestenfalls bremsen. Zunächst bedürfte eine solche Steuer der Erfassung aller Vermögen, wie sie heute nicht gegeben ist. Wird nur Geldvermögen besteuert, so motiviert dies, Vermögen in Immobilienbesitz umzuwandeln oder andere Ressourcen von Allgemeinwert aufzukaufen, ohne sie zu nützen.
Wird auch Firmenvermögen oder Immobilienvermögen besteuert, so kommen wir in den Konflikt, dass diese Steuer viele trifft, die gar kein Geld haben. Wir müssen bedenken, dass der Großteil der Unternehmen verschuldet ist, aber durchaus hohe Sachwerte besitzt.
Demgegenüber fällt eine Gebühr auf Geld nur dort an, wo auch Geld ist. Trifft Geld auf das Konto eines Schuldners, so tilgt es einen Teil der Schuld und verschwindet damit sofort wieder von seinem Konto. Trifft Geld auf das Konto eines Sparers, so bedarf es einiger Zeit, bis dieser es anderen durch einen Kredit zur Verfügung stellt. In dieser Zeit fällt die Gebühr an. Sie wird also von jenen getragen, die keine Schulden haben. Zwar kann ein Sparer ihr entgehen, indem er einen Kredit vergibt, insgesamt fällt die Gebühr aber immer irgendwo an, denn das Geld verschwindet ja nicht aus der Welt.
Das System erfordert zwar ein Umdenken, ist aber durch Währungsexperimente erforscht und hat gute Erfolge gezeigt.
Computersimulationen zeigen, dass Vermögen in Systemen mit einer Gebühr auf ungenutzt gehortetes Geld nach etwa 100 Jahren langsam an eine Grenze stoßen, die nur durch höhere Sparquoten überschritten werden kann. Es gibt damit keine Anhäufung von Eigentum über mehr als zwei Generationen. Gleichzeitig gilt aber weiterhin: Wer doppelt so viel spart, erhält doppelt so viel Vermögen.
So wie heute die gesamte vorhandene Geldmenge den Banken ständig Einnahmen für die Geldverwaltung bringt, tut sie dies dann auch. Aber das Geld wird in diesem zukünftigen System von dort genommen wo es ist und nicht von dort wo es nicht ist. Da dies genau den umgekehrten Mechanismus zu heute darstellt, wird er die Effekte, die uns heute an den Zusammenbruch führen, umkehren und dem System seine Stabilität zurückgeben.
Erweist sich das System als erfolgreich, so kann man die Gebühr höher ansetzen, als sie zur Finanzierung der Gehälter und Infrastruktur der Banken notwendig ist und aus den zusätzlichen Einnahmen gemeinsam mit anderen Gebühren auf ungenutztes Eigentum ein Grundeinkommen finanzieren.
Auch heute erhalten nur 40% der Menschen ein Einkommen aus Arbeit. Die anderen 60% (Pensionisten, Menschen in Ausbildung, Kinder, Karenzierte, Menschen im Krankenstand, Hausfrauen, Behinderte, Arbeitslose, usw.) werden von den arbeitenden 40% erhalten. Um herauszufinden wem wann was zusteht ist ein enormer Verwaltungsapparat notwendig. Ein Grundeinkommen (mit halbem Grundeinkommen für Kinder) würde uns diesen Aufwand ersparen. Niemand wäre gezwungen einer Arbeit nachzugehen, die ihm so sinnlos erscheint, dass es ihn psychisch belastet. Niemand käme in beengende Abhängigkeitsverhältnisse. Selbst wenn das Grundeinkommen niedrig angesetzt wäre, so dass sich nur sehr notdürftig davon leben ließe, würde es den Menschen die Freiheit geben, eigene Projekte anzugehen. Dadurch entstünden neue Arbeitsplätze. Wir sollten darauf vertrauen, dass jeder psychisch gesunde Mensch etwas aus seinem Leben machen will. Die enormen unbezahlten Leistungen in Vereinen und Hilfsorganisationen beweisen das.
Eine Gebühr auf ungenutzte Ressourcen ist im Gegensatz zu einer Vermögenssteuer fair, da sie alle Menschen gleich stark trifft. Ob sie nun höher ausfällt und die Sozialleistungen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt werden, oder niedriger und der Sozialstaat in heutiger Form durch Lohnsteuern finanziert wird, in jedem Fall ist eine solche Gebühr die effektivste Maßnahme gegen leistungslose Einkommen. Die hier genannten Argumente sollen natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Vermögenssteuer immer noch sinnvoller ist, als gar keine Maßnahme gegen die Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich. Heute sind wir in der Situation, dass der Staat zur Verteilungsgerechtigkeit nichts beiträgt. Denn die erhöhten Steuersätze auf höhere Einkommen bieten keineswegs einen Ausgleich. Dies zeigt sich, wenn man andere Abgaben berücksichtigt. Die Steuerbelastung ist im Verhältnis zum Einkommen für alle Bürger in etwa gleich groß:

Wenn wir uns die Zinslasten in Erinnerung rufen, die heute im Durchschnitt ein Drittel eines Warenpreises ausmachen, so wird klar, dass der Staat keine Chance hat, die durch diesen Zins herbeigeführten leistungslosen Einkommen der Geldgeber durch steuerliche Rückverteilung auszugleichen. Das Problem der heutigen Wirtschaft liegt in den Erträgen auf Kapital, die es in dieser Form nicht immer gab.
In vorrömischen Kulturen, also über Jahrtausende, hat es kein Eigentumsrecht sondern lediglich ein Besitzrecht gegeben. Das heißt Ländereien oder Häuser, die jemand nicht nutzte, wurden ihm genommen. Diese Kulturen haben länger überlebt als spätere. Auch in der Tierwelt gibt es kein Eigentum. Ungenütztes Territorium wird sofort von neuen Einwanderern besiedelt.  So gesehen ist die Gebühr auf ungenütztes Eigentum eine gemilderte Wiedereinführung natürlicher Verhältnisse. Sie wäre auch nicht schwerer zu verwalten als unsere heutigen naturfremden Steuern auf Arbeit. Die Gebühr soll dazu motivieren, Eigentum zu verpachten, verleihen oder zu vermieten, um seinen Wert zu erhalten, indem man der Gebühr entgeht, aber nicht um einen Mehrwert zu erzeugen. Sie soll den naturfremden Zustand verhindern, dass Ressourcen ungenützt gehortet und damit ihrem Zweck entzogen werden. Sie gilt natürlich nicht für den privaten PKW oder das Wochenendhaus. Das alles wäre in den kurzen ungenutzten Zeiten auch schwer zu vermieten.
Unser unnatürliches Eigentumsrecht verhindert eine sich selbst regulierende freie Wirtschaft, denn Kapital führt heute zu leistungslosen Kapitalerträgen, die zu exponentiellem Vermögenswachstum führen, dem exponentielles Schuldenwachstum gegenüber steht. Daran zerbricht das System. Zu befürworten ist eine freie Wirtschaft auf der Basis eines Besitzrechtes, aber nicht der heutige Kapitalismus auf der Basis ungenützten Eigentums.

 

Bankgeschäft nur für die Realwirtschaft


Wenn wir das Bruttosozialprodukt, welches auf realen Werten beruht, dem weltweiten Anlagevermögen gegenüber stellen, ergibt sich die absurde Situation, dass die durch Wertpapiere versprochenen Werte bei Weitem die real vorhandenen übersteigen. Dies ist ein unmissverständliches Zeichen für eine Spekulationsblase.

Der Mechanismus, welcher zu diesem Missverhältnis führt, ist ein sehr einfacher. Je größer die Vermögenskluft wird, desto mehr Geld sammelt sich bei wenigen Personen. Deren Erträge übersteigen den Konsum dieser Menschen und so suchen sie nach Anlageprodukten für ihr Geld. Als Anlageprodukt eignet sich nur, was seinen Wert behält oder erweitern kann. Die Wirtschaft wächst aber nicht in dem Ausmaß, in dem die Geldvermögen jedes Jahr zulegen. So wird immer mehr Geld für die gleiche Menge an Anlageprodukten geboten. Es kommt zu Preissteigerungen.
Diese Preisanstiege nützen dem Anleger, denn er kann ein Wertpapier kaufen und später teurer verkaufen. Aber hinter dem Mechanismus liegen kaum realen Werte. Bricht das Vertrauen in den Wert eines Papiers zusammen, verliert der Besitzer sein Geld. Bricht das Vertrauen in den Wertpapiermarkt zusammen, kommt es zu einer Neubewertung der Papiere aufgrund realer Tatsachen. Diesen natürlichen Mechanismus muss der Staat zulassen. Er darf die irrealen Vermögen nicht durch Steuergelder retten.

Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken

Eines der Hauptprobleme unseres heutigen Systems liegt darin, dass die Spekulationsgeschäfte an der Börse nicht vom klassischen Bankgeschäft getrennt sind. Geschäftsbanken haben somit die Möglichkeit das Geld des kleinen Sparers an der Börse zu verspielen. Um Guthaben der kleinen Sparer zu sichern, rettet der Staat die verschuldeten Banken vor dem Zusammenbruch und gerät dabei selbst in die Schuldenfalle, weil er sich dafür wiederum bei Banken verschuldet.
Durch den staatlichen Geldzufluss wird das gesunde Regulativ einer realistischen Neubewertung aller Wertpapiere außer Kraft gesetzt und das System kommt in einen noch instabileren Zustand.
Das klassische Bankgeschäft besteht in der Annahme von Spargeldern, welche die Bank in ihrer Bilanz als Deckung für die vergebenen Kredite verwendet. Wohl kalkulierte Kredite bieten eine wesentlich sicherere Geldanlage als die meisten Börsenprodukte, da sie durch Bürgschaften und Pfandgüter gesichert sind. Wir fordern daher die Trennung der spekulativen Geschäfte der Investmentbanken an der Börse vom Kreditgeschäft der Geschäftsbanken. Der Staat ist dann aufgefordert nur die Geschäftsbanken zu retten, denn diese haben einen realwirtschaftlichen Nutzen. Ein Börsencrash hat dann nicht mehr diese negativen Folgen, wie wir sie heute kennen, sondern kann einfach als natürliches Regulativ eines überzogenen Marktes betrachtet werden.

 

Stopp der Spekulation mit lebenswichtigen Ressourcen


Börsenspekulationen mit lebenswichtigen Ressourcen wie bspw. Getreide sind zu verbieten. Aber auch viele andere Formen der Spekulation schaden der Wirtschaft. Es bedarf einer genauen Analyse, welche Produkte der Realwirtschaft Geld entziehen und welche das Geld der Anleger in die Realwirtschaft zurückführen. Der Wert von Geldanlagen für das wirtschaftliche Gefüge ist sehr unterschiedlich.

Schädliche Spekulationsgeschäfte

Viele Spekulanten bezeichnen ihr Geschäft als eine Art Glücksspiel, bei dem jene gewinnen, die mehr Ahnung haben. Tatsächlich trifft dies auf manche Börsenprodukte zu, die einer Wette gleichen. Dabei bringen die Spekulanten so viel Geld in den Markt ein, wie sie nachher wieder heraus ziehen. Auf den ersten Blick mag ein solches Nullsummenspiel der Wirtschaft nicht schaden. Genauer betrachtet bleibt aber das Geld der Spieler für den Zeitraum des Spiels im Spiel gefangen. Die Grundbedingung eines gesunden Geldkreislaufs ist aber, dass die Gelder der Vermögenden in die Realwirtschaft zurück wandern. Bleiben sie dauerhaft in der Irrealwirtschaft des Spekulationsgeschäftes gebunden, entsteht in der Realwirtschaft Geldknappheit und die Kredite, welche den Geldvermögen gegenüber stehen, können nicht mehr getilgt werden. Ein Verbot dieser Form des Glücksspiels, könnte die Spekulanten dazu anstiften, die Geschäfte mit einer eigenen Spekulationswährung zu betreiben. Dies hätte zumindest den Vorteil, dass die Bank das Vermögen der Spekulanten, deren "Glücksspiele" über Jahre andauern, in der Zwischenzeit über Kredite der Realwirtschaft zuzuführen können.
Zu den schädlichsten Anlageformen gehören wohl die Spekulationen mit jeder Art von Ressourcen. Dabei werden zum Beispiel Rohstoffe der wirtschaftlichen Nutzung entzogen, indem sie aufgekauft und dem Markt vorenthalten werden um dann überhöhte Preise zu erzielen. Dies ist dann kein Nullsummenspiel mehr, sondern damit wird die Gesellschaft erpresst, denn sie braucht die Rohstoffe um produzieren zu können. Wer an der Nutzbarmachung einer Ressource für die Gesellschaft nicht beteiligt ist, also kauft ohne zu nutzen, dessen Kauf soll besteuert werden.
Wenn wir Geld als eine Ressource von allgemeinem Interesse interpretieren, so ist auch der Devisenhandel ein Negativbeispiel. Der Spekulant zieht Gewinne aus Wechselkursen, ohne eine Gegenleistung zu bieten. Die Hortung von Geld-Ressourcen, die nicht durch Kredite für andere nutzbar gemacht werden, muss also ebenso durch die Gebühr auf ungenütztes Eigentum besteuert werden. Gewinne aus dem Devisenhandel gibt es dann kaum mehr.

Neutral zu bewertende Geldanlagen

Es macht aber einen Unterschied, ob die Ressource, welche der Anleger kauft, bereits gewonnen wurde, oder ob deren Gewinnung vorfinanziert wird, wie dies beim Vorverkauf von noch nicht geförderten Rohstoffen der Fall ist. Vorfinanzierungen sind mit Krediten vergleichbar und neutral zu bewerten.
Ähnlich neutral verhält sich der Aktienhandel in seiner ursprünglichen Form. Unternehmen kommen durch Verkauf von Unternehmensanteilen an Geld. Diese Form der Finanzierung ist aber nur attraktiv, so lange die Zinsforderungen der Banken für Kredite hoch sind und könnte bei einer Reform des Geldsystems an Attraktivität verlieren, da sich Unternehmen dann über Kredite finanzieren werden.
Die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie ist heute auf ein halbes Jahr gefallen1. Da Unternehmen nicht derart oft Aktien ausschütten, werden Unternehmensanteile häufiger über Zweitanbieter erworben als vom Unternehmen selbst. Die Aktionäre haben oft keine Einsichten mehr in das Unternehmen und der Wert der Aktie wird rein spekulativ festgesetzt und erfährt unrealistische Preisturbulenzen. Ein solcher Aktienhandel bietet keine sinnvolle Finanzierungsbasis für Unternehmen, denn sie sind indirekt von den spekulativen Preisen der Unternehmensanteile betroffen. Ein Unternehmen dessen Aktienkurs fällt, kann keine neuen Aktien heraus geben. Solche Fehlentwicklungen ließen sich zum Beispiel durch eine Finanztransaktionssteuer für Aktien beheben, die im ersten Halbjahr 3% beträgt und danach halbjährlich um ein halbes Prozent fällt bis sie nach dem dritten Jahr aufgehoben wird. Die Aktionäre würden damit angehalten, ihre Aktien länger zu halten.

Positiv zu bewertende Geldanlagen

Positiv sind Geldanlagen zu beurteilen, die keine Gewinne, sondern Sicherheit versprechen. Der Generationenvertrag unserer staatlichen Pensionsvorsorge ist ein Beispiel, gilt aber nicht als Anlageform. Durch den Generationenvertrag gilt der Anspruch einer Generation auf Altersversorgung auch nach einem Währungszusammenbruch und Gründung einer neuen Währung.
Die private Pensionsvorsorge und Lebensversicherung ist im Vergleich dazu sehr kritisch zu beurteilen, da die Geldmittel für den Kunden über Jahrzehnte in Anlageprodukten gebunden werden müssen und damit vielfach der Realwirtschaft entzogen bleiben, indem sie in der Irrealwirtschaft zwischen den Konten der Spekulanten rotieren. Im Fall einer Bankentrennung muss die private Pensionsvorsorge in ihrer heutigen Form von den Investmentbanken geleistet werden, für die der Staat keine Garantie übernimmt. Dies wird den Bürgern bewusst machen, welches Risiko hinter diesen Produkten steckt.
Um zukünftigen Pensionisten eine risikoärmere Pensionsvorsorge anbieten zu können, wäre es sinnvoll, die staatliche Pensionsvorsorge zu einer Anlageform umzugestalten, indem der Versicherte die Freiheit hat, einen höheren Versicherungsbeitrag zu wählen und damit zu einer höheren Pension zu kommen. Dies würde auch wieder Geld in die Pensionskassen bringen.

Neue nützliche Anlageformen

Um eine Geldanlage zu erschaffen, deren Wert auch über Jahrzehnte hinweg garantiert werden kann, fordern wir ein völlig neues Vertragskonzept, das Gemeinden zur Verfügung gestellt werden soll:
Dieses Vertragskonzept soll ihnen die Möglichkeit geben, die Gelder der Sparer zu verwenden, um nachhaltige Infrastruktur zu errichten, zum Beispiel Kraftwerke aus nachhaltigen Energieformen, Fernwärme, Wasserversorgung, Kläranlagen und Recyclinganlagen. Die Bürger erhalten im Gegenzug später Kilowattstunden und Liter aus diesen Anlagen. Der Staat bürgt für die Einhaltung der Verträge. Diese werden ausschließlich mit ansässigen Bürgern geschlossen, die auch Nutznießer der Leistungen sind. Natürlich darf nicht die gesamte Leistung einer Anlage vorverkauft werden, da laufende Instandhaltungskosten durch laufende Einnahmen zu decken sind. Insgesamt bietet dieses Konzept die Möglichkeit die häusliche Grundversorgung für spätere Jahre bereits vorzufinanzieren. Kilowattstunden und Liter sind physikalische Größen, die durch einen Zusammenbruch einer Währung nicht ungültig werden.
Eine ähnliche Vorfinanzierung ist durch auf Zeit basierende Verträge für Betreuungsdienstleistungen denkbar.
Hauptziel solch innovativer Anlageformen ist es, das Geld der Sparer in sichere Anlageformen überzuführen, es vom Wertpapiermarkt fern zu halten und der Realwirtschaft zugänglich zu machen, sowie die lokale Wirtschaft zu stärken.

 

Die klassischen Theorien der Ökonomie versagen


Lassen Sie sich die Inflation erklären

Es mag sein, dass Sie auf einen Ökonomen treffen, der ihnen erklärt, dass unser System wohldurchdacht sei und die Gesetze der Marktwirtschaft alles ins Lot bringen werden.
Lassen Sie sich doch von diesem erklären, warum wir heute eine starke Inflation erleben. In jedem wirtschaftlichen Lehrbuch können wir erfahren, dass Preissteigerungen entstehen, wenn ein Überangebot an Geld im Verhältnis zum Warenangebot vorliegt. Ist das so? Ist in der Realwirtschaft mehr Geld als Ware? Nein! Es bedarf eines völlig neuen Erklärungsmodells.
Wir brauchen nicht mehr Staat, sondern einen schuldenfreien Staat mit verwaltungsreduzierten Sozial- und Steuersystem, nicht Keynesianismus, nicht Kommunismus, sondern ein grundlegend neues Modell. Wir erleben heute eine historisch neue Situation, in der sich der Wertpapiermarkt weitgehend autonom entwickelt; eine Situation, die in klassischen Lehrbüchern der Ökonomie nicht vorkommt. Auf diesem aufgeblähten Markt herrscht tatsächlich ein Überangebot an Geld, in der Realwirtschaft hingegen herrscht Geldknappheit. Wir sollten somit eine Deflation haben!
Die heutigen Preissteigerungen entstehen alleine durch den Druck des Finanzmarktes auf die Realwirtschaft und den Staat! Das Überangebot an Geld im Wertpapierhandel führt dazu, dass alles, was sich als Geldanlage eignet, wie Immobilien in guter Lage, Rohstoffe, florierende Unternehmen u.a. zu überhöhten Preisen aufgekauft wird. Das Preisniveau, vor allem bei Rohstoffen und Energie, hindern die Industrie daran, günstig zu produzieren.

Sollten wir das System lieber krachen lassen?

Wer die Zahlen und Fakten unseres kranken Geldsystems kennt, muss daran zweifeln, dass sich dieses noch einmal in Schwung bringen lässt. Viele Ökonomen sehen keinen Ausweg mehr und gehen davon aus, dass man das System krachen lassen müsse. Politiker trauen sich keine sinnvollen Maßnahmen mehr zu setzen, aus Angst, sie könnten verantwortlich gemacht werden, die Veränderung getätigt zu haben, die den Zusammenbruch auslöste.
Wir sollten uns aber bewusst sein, dass unsere Versorgung heute global organisiert ist. Im Jahr 2010 wurden Container voller Handelswaren mit einem Volumen von 2000 Cheopspyramiden verschifft. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war sie überwiegend regional organisiert. Die globale Organisation bricht ohne funktionstüchtige Währungen zusammen und mit ihr die gesamte Versorgung - jedoch in wesentlich gravierenderem Ausmaß als damals. In den entwickelten Länder wäre schon ein Tag ohne Strom undenkbar. Keine Pumpen, kein Wasser, kein Sprit aus der Zapfsäule, keine Bankomatkassen, keine elektrischen Türen, keine Straßenbahn und keinerlei Produktion.

Glauben denn die Vermögenden wirklich, es beträfe sie dann nicht, denn sie hätten rechtzeitig in Gold investiert? Glauben sie wirklich, es wäre gegenwärtig wichtiger, für ein paar Prozent Zinserträge zu kämpfen, als einer Neuorientierung des Geldsystems zuzustimmen? -- Wie naiv kann man sein?

MMag. Manfred Gotthalmseder

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Ausblick PDF Drucken

 

Die geforderte Regulierung des Bankgeschäftes und des Finanzsektors zieht unvermeidlicherweise eine gerechtere Geldordnung nach sich.

  • Die Vernunft sollte es gebieten, die Geldschöpfung in die Hand einer gemeinnützigen - demokratischen - Institution zu legen.
  • Geldgeschäfte werden ebenso dem Prinzip der Leistungsgerechtigkeit Genüge tun müssen.
  • Private Banken können dann nicht mehr "Geld aus Luft" schöpfen, klarerweise wird es auch keine Zinsen mehr für "Geld aus Luft" geben.
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Gesetzliche Grundlage & aktueller Status PDF Drucken

 

Die gesetzliche Grundlage für das Volksbegehren ist das Volksbegehrengesetz 1973.

 

Derzeit sammeln wir Unterstützungserklärungen für den Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens.

Weiteres dazu siehe unter "Unterstützung".

 

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